Erfurter Weihnachtsmarkt
Als wäre die Zeit stehen geblieben, dominiert das mittelalterliche Gewand in der Altstadt Erfurt, der Hauptstadt des Bundeslandes Thüringen. Schneebedeckt und reich verziert wirken die Fachwerkhäuser und alten Giebelhäuser der Patrizier wie in eine Märchenwelt eingetaucht.
Die Luft ist geschwängert von Lebkuchen, Glühwein, Thüringer Rauchwaren und süßem Gebäck. Barrierefrei schlendert man in die zauberhafte und märchenhafte Welt auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. Der Erfurter Weihnachtsmarkt ist gewiss kein Geheimtipp mehr. Er muss dennoch etwas Geheimnisvolles besitzen, wenn jedes Jahr sich 2 Millionen Menschen die Zeit nehmen, den Advent in Thüringens Hauptstadt zu erleben.
Vom Anger, über den Willi-Brandt-Platz bis zum Domplatz werden Träume erfüllt, die Vorweihnachtszeit in ein besonderes, mittelalterliches Licht getaucht, Herzen erwärmt und Kinderaugen schenkt man das besondere Leuchten. Seit 157 Jahren riecht es immer zwischen 26.11. und 22.12. nach Pfefferkuchen, duftet es nach Glühwein, Punsch Holz und Tannennadeln. Zwischen gut 200 Holzhütten mit thüringerischen Spezialitäten, original Thüringer Bratwurst, herrlichem Christbaumschmuck und begehrten Blaudrucktextilien hat das Märchenland mit seinem Märchenerzähler schon seit 1958 so manch ein Kindheitstraum geweckt.
Eine 12 m hohe Weihnachtspyramide zieht die Besucher des Erfurter Weihnachtsmarktes magisch an. Ihre Kerzen und das Holz erstrahlen in warmen Tönen und sie erzählt gleich zwei Mal auf eindrucksvolle Weise die wunderbare Geschichte der Weihnacht. Symbolartig dokumentiert die Pyramide die Entwicklung des Erfurter Weihnachtsmarktes und Figuren aus dem Erzgebirge begründen die Einmaligkeit dieser Pyramide.
Große leuchtende Augen, erwartungsvoll und ehrgeizig sind es Kindergartenkinder, die an den Stufen des Erfurter Doms ihr Programm vortragen und nebenbei zu jedem neuem Adventsonntag am überdimensionalen Adventskranz ein weiteres Licht zum Leuchten bringen. Den Weg in den Dom verbirgt erneut Erstaunliches. Zwar wechselt die Oberammergauer Weihnachtskrippe ihren Platz vom Erfurter Weihnachtsbaum erst zur Heiligen Nacht in den Dom, doch der mit weihnachtlicher Floristik ausgestattete Felsenkeller mit seinem mittelalterlichem Gewölbe ist zugleich der außergewöhnlichste Weihnachtskalender in Deutschland.